Die Chemie im Alltag

Sprichwörtlich sagt man, die Chemie muss stimmen. Das gilt nicht nur für zwischenmenschliche Beziehungen, sondern auch für das Alltagsleben. Im täglichen Leben begegnen wir zahlreichen chemischen Vorgängen. Ohne diese würde unsere Wäsche nicht sauber werden und das Essen würde keinen Geschmack haben.

Der chemische Tagesablauf

Schon beim Aufwachen am Morgen spielt die Chemie eine Rolle. Genauer gesagt spielen sich dabei biochemische Prozesse im Gehirn ab. In der Formatio reticularis werden Noradrenalin und Azetylcholin ausgeschüttet, welche den Thalamus erregen. Wir wachen auf. Wir stehen schließlich auf und bereiten unser Frühstücksei zu. Dabei bringen wir Wasser zum Kochen. HSH www 880x300 home care - Die Chemie im AlltagDie Hitze lässt das Eiweiß gerinnen und nur dadurch wird das Ei hart oder eben zum weich gekochten Ei. Im Mund zerlegt die sogenannte Alpha-Amylase die Kohlenhydrate im Brot in Zuckermoleküle. Die Magensäure zersetzt die Nahrung und erst dadurch kann der Körper die notwendigen Nährstoffe aufnehmen. Fette werden durch die Gallenflüssigkeit in ihre Bestandteile zerlegt. Im Darm kommen schließlich spezielle Verdauungsenzyme ins Spiel, welche die Moleküle aus der Nahrung in kleine Teile zerlegen. Diesen Vorgang nennt man Hydrolyse. Für diesen chemischen Prozess ist jedoch immer Wasser notwendig. Aus diesem Grund trinken wir beim Essen meistens. Das Gleiche geschieht beim Mittagessen und dem Abendessen.

Zwischen den Mahlzeiten befinden wir uns im Büro, wo uns der Chef mit Arbeit überhäuft. Dadurch schüttet unser Körper vermehrt Adrenalin aus. Diese biochemische Substanz erhöht die Herzfrequenz und den Blutdruck.

Nach dem Abendessen begeben wir uns in eine Bar und genießen einen guten Drink, um den Frust aus der Arbeit zu vergessen. Dabei ist auch Alkohol im Spiel, der einst durch die alkoholische Gärung, einem ebenfalls rein

chemischen Prozess, entstanden ist. Dem Alkohol widerfährt im Körper ein besonderes metabolisches Schicksal. Das Ethanol wird im Gegensatz zu Nährstoffen nicht im Körper gespeichert, sondern verteilt sich rasch im Blut. Mithilfe des körpereigenen Enzyms Alkoholdehydrogenase wird der Alkohol jedoch sukzessive im Körper abgebaut.

Schließlich überkommt uns die abendliche Müdigkeit und wir machen uns auf den Weg nach Hause. Dort legen wir uns ins Bett und schalten das Licht aus. Sobald es dunkel ist, erzeugt unser Hypothalamus im Gehirn weniger der Substanzen Histamin und Orexin. Diese beiden biochemischen Stoffe gehören zu den sogenannten Neurotransmittern und sind für Wachsamkeit und Aufmerksamkeit zuständig. Während einige Nervenzellen im Hypothalamus weiterhin für die Tätigkeit des vegetativen Nervensystems sorgen, sind andere Nervenzellen in dieser Gehirnregion dafür zuständig, Melatonin zu produzieren. Dieser Stoff wiederum führt zur Schläfrigkeit und Müdigkeit. Die Formation reticularis wiederum schüttet vermehrt den Neurotransmitter Gammaaminobuttersäure (GABA) aus, der die Schläfrigkeit zusätzlich fördert und gemeinsam mit dem Neurotransmitter Serotonin den Schlaf einleitet.

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